Zum Verständnis
In der Taufe wird Gottes „Ja“ zum Menschen sichtbar gemacht, sie ist „Wort Gottes für das Auge“. Doch die Taufe ist mehr als ein symbolischer Akt, sie ist ein Zeichen, das die Wirklichkeit verändert.
(Evangelischer Erwachsenenkatechismus 2000)

Kleiner Katechismus (Martin Luther, 1529)
Was ist die Taufe?
Die Taufe ist nicht allein schlicht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasst und mit Gottes Wort verbunden. …
Was gibt oder nützt die Taufe?
Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöst vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben …
Wie kann Wasser solch große Dinge tun?
Wasser tut’s freilich nicht, sondern das Wort Gottes, das mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, der solchem Worte Gottes im Wasser traut.

Zur Geschichte
Die Taufe ist in der frühen Christenheit stets „Glaubens-Taufe“ und deshalb Erwachsenentaufe als Abschluss eines Tauf-Unterrichts gewesen. Erst seit etwa 400 n.Chr. setzt sich die Kindertaufe und allmählich die Säuglingstaufe als vorherrschende Taufform durch. Die Glaubensunterweisung (Unterricht über die Inhalte des Glaubens) findet heute im Konfirmandenunterricht statt.
Im Kirchenrecht
Die Taufe bedeutet Mitgliedschaft in der Kirche. Der Täufling wird Glied der Evangelischen Kirche. Getauft wird vom Pfarrer oder der Pfarrerin (bzw. dem Prädikanten oder der Prädikantin) mit Wasser im Namen des dreieinigen Gottes. Die Eltern fassen die Taufentscheidung stellvertretend für ihr Kind, ihnen können Patinnen und Paten zur Seite treten.
Bei einer Erwachsenentaufe oder bei der Taufe älterer Kinder werden die zu Taufenden selbst auf ihre Glaubensentscheidung hin angesprochen.
Praktisches
Anmeldung
Jeder Taufe geht ein Taufgespräch mit dem Pfarrer voraus. Deshalb ist es sinnvoll den geplanten Tauftermin frühzeitig abzusprechen.
Gestaltung
Zur Taufe wählen Eltern für ihr Kind (bzw. die Täuflinge selbst) einen „Taufspruch“ – ein Bibelwort – aus, das ihre Freude und Hoffnung vor Gott zum Ausdruck bringt oder als Leitwort für das junge Leben gedacht ist.
Die Taufe findet in der Regel im Sonntagsgottesdienst statt, in Ausnahmefällen kann auch ein eigener Tauftermin am Samstagnachmittag vereinbart werden. Gerne kann die Tauffamilie auch für den Blumenschmuck im Gottesdienst sorgen. Meistens wird auch eine Taufkerze mitgebracht (mitunter von den Eltern oder Paten selbst gestaltet). Eine schöne Tradition ist auch die Verteilung von Taufbonbons an die Taufgemeinde nach dem Gottesdienst (Patenaufgabe).
Patenamt
Das Patenamt ist an die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche gebunden. Wer Patin oder Pate werden will benötigt daher eine „Patenbescheinigung“ von seinem zuständigen Gemeindeamt. Evangelische Christinnen und Christen berechtigt die Konfirmation zur Übernahme des Patenamtes. Die Paten müssen bei der Taufe anwesend sein. Im Notfall – wie in Fällen plötzlicher Krankheit – kann auch eine andere Person den abwesenden Paten vertreten.
Taufunterlagen
Zur Taufanmeldung benötigt man die standesamtliche Geburtsurkunde und das Familienstammbuch, in das die Taufe eingetragen wird. Findet die Taufe nicht in der Wohnortgemeinde statt, benötigt man darüber hinaus einen „Entlassschein“ (Dimissoriale) vom zuständigen Pfarramt für die Taufe woanders.
Eintrag ins Kirchenbuch
Die Taufe, der Taufspruch und die Paten werden im Kirchenbuch der Gemeinde vermerkt. Eine spätere Änderung ist nicht möglich, denn das Kirchenbuch ist eine offizielle Urkunde.
