Verständnis
Das letzte Mahl Jesu mit den Jüngern, überschattet vom Tod, ist die wichtigste Wurzel des Abendmahls. Ein Vorbild für unser Abendmahl sind aber auch die Festmähler Jesu mit den nicht gesellschaftsfähigen Menschen seiner Zeit, den Sündern und Zöllnern. Wenn man den Sinn des Abendmahls verstehen will, ist auch eine dritte Wurzel von Bedeutung, das jüdische Passah-Fest, wie es in 2. Mose 12 beschrieben wird. Wie Gott Israel aus der ägyptischen Sklaverei geführt hat, so führt uns Christus heraus aus Sünde, Angst und Verstrickung.
Wenn wir Abendmahl feiern, erinnern wir uns an Jesus, der sagte: „Solches tut zu meinem Gedächtnis“. Wir erinnern uns aber nicht im Sinne eines feierlichen Totengedenkens, sondern wir denken an Christus, der in der Mahlfeier mitten unter uns ist.
(Katechismus 2000)
Geschichte
Über die Gegenwart Christi im Abendmahl haben sich die Reformatoren Luther und Zwingli im 16. Jahrhundert tief zerstritten. Für modernes Denken sind die Unterschiede von damals kaum nachvollziehbar.
Zwischen den Evangelischen Kirchen und der Katholischen Kirche besteht leider bis heute noch keine Abendmahlsgemeinschaft, auch wenn sich viele katholische Mitchristen ökumenischer Überzeugung in der Praxis über diese Bestimmung hinwegsetzen.
Kirchenrecht
Die Berechtigung zur Teilnahme am Abendmahl wird mit der Konfirmation erteilt. Darüber hinaus kann jedes Presbyterium die Zugangsvoraussetzungen zum Abendmahl eigenständig gestalten. In Scheidt und Bischmisheim dürfen aber auch schon die Kinder mitfeiern.
Praktisches
Gestaltung im Gottesdienst
Das Heilige Abendmahl wird in beiden Kirchengemeindebereichen in der Regel monatlich im Sonntagsgottesdienst gefeiert, in Bischmisheim am ersten Sonntag im Monat und in Scheidt am dritten Sonntag. Darüber hinaus finden bei uns Abendmahlsfeiern an Feiertagen wie z.B. Weihnachten, Ostern oder Pfingsten statt. Gefeiert wird mit Wein und Traubensaft aus Einzelkelchen sowie Brot (Scheidt) bzw. Hostien (Bischmisheim).
Alle Gottesdienstbesucher sind herzlich zur Mahlgemeinschaft eingeladen.
Haus- oder Krankenabendmahl
Bei Krankheit oder körperlicher Beeinträchtigung kann auf Wunsch das Abendmahl auch daheim gefeiert werden. Dazu kommt unser Pfarrer gerne zu Ihnen nach Hause. Das Abendmahl wird dabei als Stärkung verstanden oder auch als Sterbebegleitung bei Schwerstkranken. Auch Angehörige und Freunde können ein solches Haus- oder Krankenabendmahl für ihre Verwandten oder Bekannten veranlassen. Bitte ggfs. in den Gemeindeämtern Bescheid geben.

